Featured Image

Bildgröße und Auflösung verstehen: px, dpi und ppi

13. Dezember 2021
 ·   · 
6 min read

Bei den Begriffen Bildgröße und Auflösung gibt es viel Durcheinander und Unsicherheit. Soviel ist klar. Ist mein Bild groß genug für den Druck? Oder wieviel Auflösung brauche ich nun? Was ist der Unterschied zwischen dpi und ppi? Lese weiter und verstehe – endlich! Wir fangen klein an, mit dem Pixel.


Inhalt

Pixeldatei und Pixel

Bildgröße und Auflösung

Auflösung für den Druck

Der 72dpi Mythos für das Web

Unterschied zwischen dpi und ppi


Pixeldatei und Pixel

Ein digitales Bild oder eine Pixeldatei hat eine Anzahl von Pixeln in Breite und Höhe. Ein Pixel oder ein Bildpunkt ist die kleinste Einheit einer Pixeldatei. Du kannst es dir so vorstellen wie ein Raster. Eine Pixeldatei ist nicht mehr als aneinander gereihte Bildpunkte in Reihen und Spalten. Jeder Pixel hat eine Farbe bzw. Helligkeitswert bei einem Schwarz-Weiß-Bild. Pixel heißt abgekürzt "px".

↳ Den Unterschied zwischen einer Vektor- und Pixelgrafik?

Angenommen du möchtest eine Wand in deinem Badezimmer fliesen. Wieviele Fliesen du benötigst, hängt letztendlich davon ab, wie groß die Fliesen sind, um die komplette Wand zu fliesen. Klar, logisch sagst du jetzt. Je kleiner die Fliesen, desto mehr Fliesen musst du einkaufen.

Die Wand in deinem Badezimmer ist vergleichbar mit einem Pixelbild. Ich habe ein 10 x 10 cm Smileybild erstellt.
Haben die Bildpunkte eine Größe von 1 x 1 cm, brauche ich 100 Bildpunkte um die Fläche zu füllen (Bild 1). Das Smiley-Bild ist kaum erkennbar, es gibt keine Verschmelzung der Bildpunkte.

Bild 1: Vergleich 1 Pixel/cm mit 10 Pixel/cm
Bild 1 hat eine Auflösung von 1 Pixel/cm.
Bild 2: Vergleich 1 Pixel/cm mit 10 Pixel/cm
Bild 2 hat eine 10 Pixel/cm Auflösung.

 

Möchtest du mehr Details im Gesamtbild, brauchst du mehr Bildpunkte. Diesmal haben meine Bildpunkte oder Pixel eine Größe von 1 x 1 mm. Dafür brauche ich 10.000 px um die gleiche Fläche zu füllen.
Das Smiley-Bild ist jetzt erkennbar (Bild 2).

Wir nehmen mit: Ein Pixelbild hat eine feste Anzahl an Pixeln in Breite und Höhe. Die Bildpunkte oder Pixel haben keine bestimmte Größe, 1px ist also kein Größenmaß.

Bildgröße und Auflösung

Das Bild von mir auf dem Feld während einer Weinlese hat eine fixe Anzahl Pixel zur Verfügung, und zwar so viele wie bei der ursprünglichen Aufnahme erfasst wurden. Die Bildgröße in Pixeln, hier in unserem Beispiel 2250 x 4000 Pixel: Das ist die absolute Größe.

Die Auflösung hingegen zeigt die Anzahl Pixel auf einer bestimmten Fläche. Man spricht hier von Pixeldichte.
In der Praxis nennen wir das häufig dpi oder Dots per Inch. Auf dem Bild siehst du, das es korrekt ppi oder Pixel per Inch heisst. Der entsprechende Wert gibt an, wie viele Pixel sich auf einer Länge von 1 Inch (= 1 Zoll = 2,54 cm) befinden.

Die Auflösung ist also eine relative Größe, da sie immer abhängig ist von einer zweiten Größe.
Je größer dieses Bild dargestellt wird, desto geringer werden die Anzahl Pixel pro Fläche. Die Gesamtzahl der Pixel bleibt unverändert.

Die Auflösung in Pixeln ist eine absolute Größe. Vergleich 72 und 300 ppi.
Das Bild hat eine Bildgrösse von 2250 × 4000 Pixel. Bei einer Auflösung von 72 Pixel/Zoll entspricht dies ungefähr 79 × 114 cm.
Die Auflösung ist eine relative Größe. Vergleich 72 und 300 ppi.
Erhöhst du die Auflösung auf 300dpi, wird die Bildgröße in Zentimeter kleiner und bleibt ungefähr 19 x 34 cm. Die Anzahl Pixel bleibt aber gleich.

Wir nehmen mit: Die Auflösung ist eine relative Größe. Je größer Breite und Höhe, desto kleiner die Anzahl Pixel pro Fläche.

Auflösung für den Druck

Wieviele Pixel brauchst du jetzt für den Druck? Angenommen du möchtest dein Foto auf einer Postkarte drucken. Eine Postkarte betrachtest du aus kürzerer Distanz. Die Auflösung deines Fotos sollte deshalb mindestens 300 ppi (dpi) sein

EIn Beispielbild mit 500 x 500 Pixel.
Beispielbild mit 500 x 500 Pixel
Die Pixelangaben in der Bildeigenschaften
Bildeigenschaften

In der Bildeigenschaften siehst du die genauen Pixelangaben. Das Beispiel hat 500 x 500 Pixel. Klicke Apfel+I auf dem Mac, am PC klickst mit der rechten Maustaste auf das Bild und wählst die Eigenschaften – Details.

Mit folgender Formel kannst du die maximale Abbildungsgröße in cm errechnen:

Anzahl Pixel x 2,54 : benötigte Druckauflösung = maximale Abbildungsgröße

Unser Beispiel ergibt:
500 Pixel x 2,54 : 300 dpi = maximal 4 cm

Dein Bild darf nicht größer als 4 cm sein, sonst wird es pixelig!

Die Auflösunf für den Druck
Auflösung für den Druck

Ein Werbeplakat wird meistens auf einer Distanz von 1 bis 3 Meter betrachtet. Hier ist es nicht so schlimm, wenn du aus nächster Nähe einzelne Pixel erkennst. Deshalb reicht hier eine Auflösung von 150 ppi.

Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop oder GIMP übernehmen natürlich das Umrechnen.

Wir nehmen mit: Postkarten, Broschüre und Visitenkarten benötigen mindestens 300 ppi für den Druck. Achte auf die maximale Abbildungsgröße.

Der 72dpi Mythos für das Web

Und wie ist es jetzt für digitale Bilder? Die Aussage, deine Bilder oder Grafiken für das Web mit einer Auflösung von 72 ppi zu speichern, ist einfach gesagt Quatsch!

Egal wie die eingestellte Auflösung ist, dein Bild wird auf dem Bildschirm genau gleich groß dargestellt. Dieser Wert hat schlicht keinen Effekt und wird ignoriert.

Wie groß ein Bild auf einer Website erscheint, hängt nur davon ab, mit welchem Bildschirm du das Bild betrachtest. Die Darstellungsgröße eines Bildes ist von der Auflösung des Bildschirms abhängig. Moderne Monitore haben eine höhere Pixeldichte als ältere Geräte. Das heißt, auf der gleichen Fläche haben mehr Pixel Platz. Je höher die Pixeldichte, desto kleiner wird dein Bild abgebildet. Das erste Bild an einem 26 Zoll Bildschirm mit einer Pixeldichte von 87 ppi wird großer dargestellt als das gleiche Bild an einem zweiten 27 Zoll Bildschirm mit einer 109 ppi.

Ein 26-Zoll Bildschirm mit einer 87 Pixeldichte
Bild eins: 26-Zoll Bildschirm mit einer 1920 x 1200 Auflösung
Ein 27-Zoll Bildschirm mit einer 109 Pixeldichte
Bild zwei: 27-Zoll Bildschirm mit einer 2560 x 1440 Auflösung

Wir nehmen mit: Deine Bilder für das Web mit 72 ppi zu speichern, ist einfach gesagt Unsinn. Das Ausgabemedium bestimmt die Darstellungsgröße.

Woher kommt jetzt dieser Mythos?

Der originale Macintosh hatte im Jahr 1984 mit seinem 9 Inch Display und 512 x 324 Bildpunkten tatsächlich eine Auflösung von ungefähr 72 dpi. Oder präziser: 72 ppi.

Inzwischen sind fast 40 Jahre vergangen und in Sachen Bildschirm-Technologie hat sich einiges getan. Kannst du dir ja denken. Die meisten Computerbildschirme haben heute mehr als 100 ppi: ein iMac mit 27 Zoll Bildschirmdiagonale kommt auf 109 ppi, ein 13 Zoll MacBook Air auf 128 ppi.

Unterschied zwischen dpi und ppi

Und zuletzt: Wir sprechen fast alle von dpi, ja auch viele Designer. Korrekt heisst es ppi.

Dpi oder Dots per Inch wird im Druck verwendet. Der dpi-Wert beschreibt die Dichte der Farbpunkte, die durch den Druckvorgang auf ein Blatt Papier (oder ein anderes Medium) abgegeben werden.
Ein Pixel ist nicht ein gedruckter Punkt.

Du hast gar keinen Einfluss auf die dpi-Zahl, mit dem das Layout gedruckt wird. Es hängt einfach ab von der verwendeten Druckmaschine.

Richtig ist, das du den ppi-wert bestimmst. Die Umrechnung von ppi in dpi erfolgt in der Druckvorstufe automatisch, zuhause macht das der Druckertreiber.

Wir nehmen mit: dpi und ppi werden häufig als Synonyme verwendet. Richtig ist: ppi für digitale Medien, dpi für Printmedien. Sprichst du weiter von dpi, meinst aber ppi weil du keine Druckerei hast, verstehe ich dich. Ich tue es häufig auch!

FAZIT

Ich weiß, das war ein harter Brocken! Hast du noch Fragen? Schreibe wie immer an Katrien.

Comments

No comments.

Leave a replyReply to

View